Club 261 @ Vienna City Marathon – die 1.

Credit: VCM

Der Vienna City Marathon brachte am vergangenen Sonntag ganz Wien zum Laufen! Und unter den rund 40.000 angemeldeten LäuferInnen waren auch Club 261 Beine – und zwar jene von Astrid, Patricia, Sabine und Edith, die im Staffelbewerb an den Start gingen und Andrea – die erstmals einen ganzen Marathon bestritt! Für alle ein unvergessliches Erlebnis!

Im ersten Teil unseres VCM Berichts: ANDREA – UND IHR MARATHONDEBÜT

Andrea KallIch stand schon mehrmals bei Halbmarathons am Start und ich bewunderte immer schon Marathonläufer. Vor einigen Jahren schon hab ich gesagt, irgendwann in meinem Leben möchte ich auch einen Marathon laufen. Der VCM 2013 – das 30 jährige Jubiläum wurde es deshalb, weil mein Onkel Herby – Bergfex und wasch-echter Tiroler – sich vor 5 Jahren nach seinem Marathondebüt beim 25. VCM es sich gewünscht hatte, in seinem 60. Lebensjahr den 30. VCM zu laufen. Das hatte ich mir gemerkt. Und einen Tag nach dem VCM 2012 meldete ich ihn zum 30. VCM an – mit der Startnummer seines Geburtsjahres. Damals dachte ich mir, es wäre unfair, wenn ich am Zaun stehe und ihn anfeuere. Somit beschloss ich, mich gleich mit anzumelden. Ein Jahr Vorbereitung muss reichen, sagte ich mir damals.

Ich bin 1 Jahr durchgelaufen. Zum ersten Mal in meinem Leben. Ich war nie eine Ganzjahresläuferin. Laufen war mir zu fad, um es das gesamte Jahr über auszuüben. Warum ging es diesmal? Ich sorgte dafür, dass es eben nicht monton wird. Einerseits ging ich immer wieder zu diversen Lauftreffs, um nicht dauernd alleine zu laufen und andererseits sorgte ich auch streckenmäßig für Abwechslung. Besonders durchs Trailrunning erlebte ich eine neue Art des Laufens. Dabei vergass ich die Zeit und es fiel mir sehr leicht 2 bis 3 Stunden zu laufen ohne es zu merken.

Auf der Strecke bestens gelaunt!

Auf der Strecke bestens gelaunt!

Ernsthaft los ging es nach den Weihnachtsfeiertagen. Ich hatte einen Trainingsplan. Bis Anfang März gab es kaum eine Einheit, die ich nicht durchgezogen hatte. Danach folgten drei völlig unerwartete Wochen. Den Plan hab ich damit über den Haufen geworfen. Meine Motivation war da und der Gedanke aufzugeben, kam niemals auf, weil ich wusste, dass ich schon sehr weit war. Ich begann nach Gefühl zu trainieren. Eine Zielzeit gab es nicht mehr. Ich lernte in der Zeit sehr stark auf mich und meinen Körper zu hören.

Sorge bereiteten mir immer nur die langen Läufe auf Asphalt (3h). Da bekam ich zum Glück tolle Unterstützung von Astrid und Patricia. So waren lange Läufe, die für einen Marathon wohl besonders wertvoll sind, äußerst kurzweilig.

Zusätzlich zum Laufen saß ich auch viele Stunden am Ergometer. Ich denke, damit konnte ich meine Grundlagen auch gut aufbauen. Am Ergometer hatte ich Zeit um mich mental auf den Marathon vorzubereiten. Musik hören und Bilder im Kopf abspielen. Ich bereitete mich im Kopf drauf vor, dass ich ab einem gewissen Punkt beim Marathon kämpfen werde. Und natürlich – das Wichtigste – wie wird der Zieleinlauf sein. Im Nachhinein gesehen, glaube ich, dass es viel dazu beitrug, dass ich so positiv gestimmt in den Renntag ging.

Das Dehnen gehört zum Laufen für mich automatisch dazu. Nur bei den Stabilisationsübungen war ich wirklich faul 🙂

Und dann war er da: the Raceday! Am Start war ich verhältnismäßig ruhig und kaum nervös. Ich wusste, dass ich ins Ziel komme. Vor allem mit Onkel Herby an meiner Seite machte ich mir gar keine Sorgen. Und die Zeit war nebensächlich. Ich wollte Spass haben. Der Tag war perfekt. Traumwetter und ich fühlte mich richtig gut. Ich stand am Start und sah die vielen Läufer. Ich sah einige Halbmarathon Starter. Und ich erinnerte mich zurück als ich vor einigen Jahren das letzte Mal beim VCM Halbmarathon an den Start ging. Damals stand ich fast erfürchtig neben den Marathonläufern. Plötzlich hatte ich Respekt vor mir selbst. Ich stand da und dachte mir „waoh, du hast es geschafft“. Ich war in dem Moment richtig stolz auf mich selbst. Und dann ging es auch schon los.

Vom ersten bis zum letzten Schritt war der Marathon ein Genuss für mich. Tja… da fragen sich wohl viele, wie das geht. Hätte ich mir bis zum Rennen auch nicht vorstellen können. Aber das geht wirklich! Ich kam gleich super ins Laufen. Bei km 2 sagte ich schon zu Onkel Herby „das geht heut richtig gut“. Ich lief zum ersten Mal in meinem Leben einen Wettkampf ohne Uhr. Ich wusste nicht, wann wir gestartet sind, ich hatte keinen Puls und ich hatte keine Pace. Somit konnte ich nie rechnen beginnen. Ich hörte ständig in mich hinein und so hab ich auch das Tempo bestimmt. Ich kam super ins Laufen. Ich nahm die Stimmung wahr, allerdings zum ersten Mal die vielen anderen Läufer nicht. Mir waren alle egal – ich war bei mir. Die Halbmarathonstrecke kannte ich gut und die Zeit bis zur Hälfte verging wie im Flug. Danach kamen 7 km, in denen wir das Tempo ordentlich rausgenommen haben. Und dann passierte etwas völlig Unerwartetes. Onkel Herby und ich haben uns getrennt. Ich war auf mich alleine gestellt. Ich fand zwar schnell wieder in meinen Fluss, aber im Kopf spielte es sich ab. Ich war vorbereitet auf die Momente, in denen es hart wird. Aber ich war nicht drauf vorbereitet, dass ich die alleine durchstehen muss. Ich hab mich nach 3 bis 4 Kilometern damit abgefunden.

Fast geschafft: Zieleinlauf beim Heldentor!

Fast geschafft: Zieleinlauf beim Heldentor!

Ich kam zu km 30. Dreimal kam ich im Training auf diese Distanz und ich wusste, dass ich es bis hierher gut schaffen werde. Ich wusste nur nicht, was mich danach erwarten würde und vor diesem Unwissen hatte ich immer großen Respekt. Ich kam zu km 35. Mir ging’s nach wie vor super – ich war noch immer im Fluss. „Nur noch 7 km“, dachte ich mir, dann hab ich es geschafft. Ich wartete auf den sogenannten „Hammer“. Ein Kilometer nach dem anderen verging. Er kam nicht. Die letzten 2 km waren der reinste Genuss, denn die Zuschauer tragen einen förmlich ins Ziel. Aufrecht, laufend mutig, ging’s locker in die Zielgerade. Ich hatte es geschafft! Und mir ging es großartig!  

Die Highlight für mich?

Die wirklich tolle Strecke entlang der vielen Sehenswürdigkeiten. Der VCM bietet eine Traumkulisse. Die vielen Zuschauer entlang der Strecke – besonders Familie, Freunde und Bekannte, die mich angefeuert haben und die unzähligen lieben Nachrichten im Vorfeld und Glückwünsche im Nachhinein. Wobei die Nachrichten im Vorfeld einen richtig nervös machen können 😉 Ein weiteres Highlight war es natürlich mit Onkel Herby im Ziel 2 Erdinger (alkoholfrei – war wohl auch besser so ;-)) zu trinken und den Erfolg zu genießen 😀

Was Andrea all unseren Club 261 Members bzw. Leserinnen mit auf den Weg geben möchte?

  1. Kein Training verläuft nach Plan.
  2. Eine gute Vorbereitung macht sich nicht nur während, sondern auch nach dem Marathon mehr als bezahlt.
  3. Wir Frauen haben enorme Ausdauer und wissen oft nicht, was in uns steckt.
  4. Wettkampf ohne Uhr kann ich nur empfehlen. Das ist so dermaßen befreiend.
  5. Spass und Freude am Laufen sollen immer im Vordergrund stehen.
Stolze Marathonfinisherin!!!

Stolze Marathonfinisherin!!!

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH an Andrea! Sie brauchte für die 42,2km gerade einmal 4 Stunden und 29 Minuten!!!
Hab eine schöne Regenerationszeit!

FOTOS von ihrem Lauf findest du HIER

Bleib dran… in Kürze folgt der Bericht unserer Club 261 Staffel 🙂

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4 Kommentare zu “Club 261 @ Vienna City Marathon – die 1.

  1. Großes Kompliment an Andrea und allerherzlichste Gratulation!
    Nicht nur toll gelaufen, sondern auch wunderbar geschrieben. Scheinst sowohl beim Wettbewerb, wie auch beim Verfassen des Berichtes im „flow“ gewesen zu sein!

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